Blogparade: Von Helden und Schurken

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Runde fünf der Serienparade bei Frau Margarete wurde eingeläutet, und diesmal geht es um Helden und Schurken. Da schossen mir direkt allerhand gute Ideen in den Kopf, und dann kam so gaaaanz ungeplant Urlaub dazwischen, und jetzt sitz ich hier und bin zu spät dran. Das hält mich aber nicht auf.

Die Aufgabenstellung diesmal: Welche Serienfigur ist dein liebster Held und welcher ist der fieseste Schurke? Was muss ein Charakter haben, damit er sich zum Helden entwickelt? Was macht einen wirklich bösartigen Charakter aus? Setzen deine liebsten Helden und Schurken vielleicht auf besondere Fähigkeiten oder ein besonderes Team?

Ich würde mich dann gerne mit den Schurken beschäftigen. Ich mein, Helden gibt es ja wie Sand am Meer, aber einen richtig guten Schurken, den findet man eher selten. Ich erkläre euch also zunächst, was einen guten Schurken für mich ausmacht, und dann präsentiere ich euch meinen absoluten Favoriten der jüngeren Seriengeschichte als Beispiel.

Was macht also einen guten Schurken aus? Sicher, er muss fies und böse sein, sonst wäre er ja kein Schurke. Aber sind das wirklich die einzigen beiden Qualifikationen, die er oder sie mitbringen muss? Ich finde: nein. Schurken, deren Motive nur allzu deutlich sind, finde ich meistens langweilig. Sie sind vorhersehbar, man weiß von Anfang an, dass am Ende das Gute siegen wird. Aber es gibt auch Ausnahmen von diesem Einheitsbrei.
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Letztes Jahr lieferte FX mit der Serie "Fargo" nicht nur den ultimativen Beweis dass die Umsetzung vom Film hin zur Serie perfekt gelingen kann, sie brachten mit Lorne Malvo auch meinen mit Abstand liebsten Schurken seit Ewigkeiten mit. Auf den Punkt genau gespielt von Billy Bob Thornton. Faszinierendweise ist Lorne Malvo aber nicht einfach nur der Antagonist innerhalb der Serie. Er liefert dem Zuschauer einen Einstiegspunkt in eine Gesellschaft, die er sonst nicht verstehen würde. Er stellt Fragen, die man sich als Zuschauer stellt. Keine Frage, er wirkt irgendwie bedrohlich, aber gleichzeitig auch wie etwas, dass einfach dazu gehört. Etwas, das schon länger da war. Als ich "Fargo" geschaut habe mochte ich Lorne, aber ich konnte Lester Nygaard nicht leiden. Hätte es nicht anders herum sein sollen?

Was ist da passiert? Lorne handelt scheinbar ohne ein tieferes Konzept. Er mordet hier und da, um anderen zu helfen. Aber ist es wirklich Hilfe, oder versucht er, Chaos zu stiften? Er gibt Leuten das Gefühl, dass ihr Handeln richtig ist. Es könnten ja auch alle anderen falsch liegen, so wie es das Poster in Lesters Keller vorschlägt. Er ist ein richtig manipulativer Kerl, korrumpiert die Menschen in seiner Umgebung. Was, wenn Freundlichkeit dich nicht weiter bringt? Was, wenn all die Regln, an die du dich bisher gehalten hast, schlicht nicht existieren? So fehlt ihm scheinbar ein übergeordneter Plan, und dies macht ihn weniger greifbar. Weitere Motive scheint es für ihn nicht zu geben, gepaart mit Dialogzeilen wie “I haven’t had pie like this since the Garden of Eden” lässt es sich leicht zu dem Schluss kommen, dass es sich bei Lorne Malvo schlicht und ergreifend um den Teufel im Menschengewand handelt. Und was könnte furchterregender sein als ein Wesen, dessen einziges Ziel darin besteht, Chaos zu säen? Achtet beispielsweise auf die Szene im Aufzug gegen Ende der Staffel, dort sieht es so aus als hätte er Flügel. Und auch seine letzte Szene innerhalb der Staffel entspricht nicht gerade einer normalen, menschlichen Reaktion. Denkt mal darüber nach ;)
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Kommentare:

  1. Du bist ja nicht zu spät dran, alles in Ordnung :)

    Schade, Fargo habe ich gar nicht gesehen, aber deine Beschreibung hört sich sehr gut an, und die Besetzun mit Billy Bob Thornton ist auch interessant. Ich finde, der passt ja optimal in so fiese Rollen ;) Auf jeden Fall hast du mich neugierig gemacht. Diese Analogie zum Teufel persönlich dachte ich schon mal bei Lost zu sehen, aber die Serie war eh am Ende total abgedreht... ;) Nun, ich behalte Fargo auf jeden Fall mal im Gedächtnis :)

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    1. Ich war soooo skeptisch was "Fargo" angeht, aber die Serie ist wirklich der Wahnsinn gewesen.
      Ha, bei Lost ging es mir ähnlich, aber von den tausend Theorien die man so aufgestellt hat, hat sich ja am Ende kaum etwas geklärt. Immerhin kann man so nun glauben was man möchte ^^

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