Blogparade: Guilty Pleasures


Bunt zusammengewürfelte Truppe: Die Hauptfiguren aus "My little Pony" © Hasbro
Bei der zauberhaften Frau Margarete geht die Serienparade in die nächste Runde, und dieses Mal geht es um Guilty Pleasures. Also Dinge, die objektiv betrachtet nicht sonderlich gut sind, die man aber trotzdem mag. Ich geb am besten erst Mal die genaue Aufgabenstellung weiter:

Welche deiner Lieblingsserien ist dir ein bisschen peinlich? Welches Format schaust du gerne, obwohl du denkst, dass es keinen besonders hohen Anspruch oder keine gute Qualität hat? Welche Serie findet jeder doof, nur du nicht?

Packen wir also direkt mal Butter bei die Fische, wie man so schön sagt. Ich geh stark auf die 30 zu, und (und das dürfte vielleicht den ein oder anderen jüngeren Leser schocken) irgendwann kommt dieses Alter, in dem einem Peinlichkeiten weitestgehend egal sind. Bei manchen geht das mit Anfang 20 los, andere sind irgendwann mit 40 so weit. Aber es kommt, es ist unausweichlich. 

Ich könnte jetzt natürlich mal in meiner Jugend buddeln gehen, da würde ich dann so Schätze wie "Kommissar Rex" oder "Medicopter 117" hervorkramen können. Nur hat die damals wirklich jeder in meinem Umfeld geschaut, das war also nicht wirklich peinlich. Das ist es allerhöchstens heute, wenn man darauf zurückblickt. Was ich schon damals weitläufig umschifft hab sind diese ganzen Soaps. "GZSZ", "Unter Uns", "Marienhof"... konnte ich nichts mit anfangen. Ansonsten denke ich mir: wenn ich eine Serie gut finde, wieso sollte ich mich dafür schämen?
Ist keine Serie, aber trotzdem genial: "12 Uhr Mittags" © Constantin Film
Mit Filmen ist es ja im Prinzip das Gleiche. Wieso sollte ich mir von anderen vorschreiben lassen, was ich gut finde? Wieso scheint es so ein riesiges Problem zu sein zwei grundverschiedene Dinge zu mögen? Scheinbar ist es ja ein absolutes No-Go gleichzeitig den aktuellen Film von Marvel zu mögen und sich im selben Atemzug für ein kleines, feines Drama zu begeistern. Alles wird in Schablonen gepresst, und man hat ganz schnell mal generell keine Ahnung von Filmen, wenn man Spaß an "Transformers" hat. Das finde ich schade, und ich frage mich aus welchem Beweggrund solche Aussagen entstehen? Muss man sich selbst abgrenzen, sich selbst über die ach so dumme, breite Masse erheben? Die Existenz einer Transformers-Reihe löscht ja niemals die Existenz von Meisterwerken wie "Denn sie wissen nicht, was sie tun" oder "12 Uhr Mittags" aus. Da wäre mehr Toleranz echt schön. Aber ich schweife ab. Jedenfalls, ein bisschen mehr Toleranz täte einigen Leuten ganz gut.
Einige Figuren aus "Adventure Time" © Cartoon Network
Was recht viele Leute belächeln ist "Adventure Time". Viele Zuschauer kommen nicht darüber hinweg dass es sich um eine Cartoon-Serie handelt, und vielleicht sind die ersten paar Folgen noch ein bisschen random. Doch wer tiefer in die wundervolle Welt von Finn dem Menschenjungen und Jake dem Hund eintaucht, der wird eine post-apokalyptische Welt entdecken, in der so einige Dinge nicht ganz richtig sind. Da kann es auch schon mal passieren dass man nach vier Staffeln eine Figur, die man am Anfang schrecklich und böse fand richtig ins Herz schließt, weil sie eine immer detailliertere und tragische Hintergrundgeschichte bekommt. Dass alle Frauen in der Serie irgendeine Sorte von Prinzessin sind, die aber keinesfalls immer dämlich und hilflos sind, ist ebenfalls ein Pluspunkt :D . Und von den grandiosen Gender-Bending Episoden hab ich noch gar nicht angefangen! Jedenfalls, "Adventure Time" ist so ein Auslöser für schräge Blicke von einigen Leuten, aber eben völlig zu Unrecht. Neben wichtigen Werten wie Freundschaft und Aufrichtigkeit gibt es vor allem für Erwachsene so dermaßen viel fiesen Humor, der an der eigentlich kindlichen Zielgruppe komplett vorbei geht. Quasi eine ähnliche Richtung die auch "My Little Pony" schon eingeschlagen ist mit der aktuell laufenden Serie. Die übrigens auch ganz, ganz großartig ist. Aber auch hier weigere ich mich von Guily Pleasure zu reden, es ist absolut in Ordnung von sich selbst zu behaupten eine Pegasister zu sein.

Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr Serien, die alle um euch herum schrecklich finden? Gibt es Serien die alle total genial finden, die bei euch aber gnadenlos durchgefallen sind?

Kommentare:

  1. Danke für deinen Beitrag :) Ich stimme dir da zu großen Teilen zu. Gerade was das Blockbusterkino angeht und dass man ja Actioblockbbuster gar nicht mehr gut finden darf, weil man sonst von den wahren "Filmkennern" blöd angemacht wird. Echt schade. Aber das ist auch ein bisschen das, was ich unter Guilty Pleasure verstehe: Man weiß selber, dass es (inhaltlich) nicht den höchsten Anspruch hat, aber man hat halt eben einfach trotzdem Spaß dran. Von "peinlich" zu sprechen war an der Stelle vielleicht ein bisschen zu viel.
    Von Adventure Time habe ich übrigens schon häufig gehört, ich glaube so ein Guilty Pleasure ist das gar nicht, aber selber angesehen hab ichs noch nie ;)

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    1. Grad bei Actionfilmen wie Transformers könnte man sich ja theoretisch einfach damit rausreden dass man die technischen Aspekte bewundern will. Wobei ich wirklich schade finde wenn man sich für etwas harmloses rechtfertigen muss, an dem man Spaß hat.

      Adventure Time sorgt im Umfeld häufig für eine Menge Falten auf der Stirn, oft von Leuten die generell finden dass Cartoons für Kinder sind. Die zählen dann aber auch South Park oder Family Guy zu den Kinderserien, die dann aber halt total nicht für Kinder geeignet sind weil der Humor ja so gar nicht kindgerecht ist. Ganz schön wirr.

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