gesehen: Life

Life © Sony Pictures Releasing GmbH

Story


Die Forschungsmission einer Gruppe Wissenschaftler auf einer internationalen Raumstation nimmt eine unerwartete Wendung: Eines Tages entdeckt das sechsköpfige Team einen sich rapide entwickelnden Organismus. Aus anfänglicher Neugierde auf die fremde Spezies entwickelt sich schon bald ein Kampf um das eigene Überleben.


Kritik


Da sind wir also wieder im Weltall unterwegs. Science Fiction erlebt ein Revival, so scheint es. Und warum auch nicht? Die Technik holt immer weiter auf, immer mehr ist möglich. Im Fall von "Life" nicht gleichzeitig über "Alien" (und dessen bald startenden, neuen Eintrag namens "Covenant") zu sprechen, scheint fast unmöglich. Riesig scheinen die Parallelen auf den ersten Blick. Sogar die Anzahl der Crewmitglieder ist in beiden Filmen identisch, und in beiden Filmen wird besagte Crew von einem außerirdischen Wesen aufgemischt und dezimiert. Und Calvin, so nennt sich der fremde Organismus hier, ist äußerst kreativ im Vernichten. Freunde des gepflegten Blutbades kommen jedenfalls in einigen Szenen dieses Films auf ihre Kosten.

© Sony Pictures Releasing GmbH
Die Crew ist auch im Vergleich zu unendlich vielen anderen Filmen größtenteils intelligent und nutzt die Raumstation effektiv aus, um sich zu wehren. Dazu kommen atemberaubende Bilder. Egal ob ein fünf Minuten langer One Take (also eine Szene, die ohne Schnitte direkt zusammenhängend gedreht wurde) gleich zu Beginn des Films oder die fast schon klinisch steril wirkenden Innenaufnahmen der Raumstation, der Blick schweift hier über bewundernswerte Schönheiten. Selbst in den, und man kann das nicht oft genug wiederholen, recht blutigen Einlagen finden sich fast schon ätherisch schöne Einstellungen, in denen das Kunstblut in der Schwerelosigkeit seine Muster zeichnet. Auch der Soundtrack fügt sich größtenteils harmonisch ins Geschehen ein und schafft es zwischenzeitlich, das Unbehagen nochmal einen Tick aufzudrehen. Erfrischend ist es auch, eine solche Geschichte wieder einmal in einer Hochglanzversion vorgesetzt zu bekommen, denn die Prämisse "Alien metzelt Crew nieder" wäre bis auf wenige Genreeinträge (wir schauen in Richtung "Alien" Franchise) aktuell wohl eher ein Fall für die Grabbelkiste. Aber es funktioniert eben auch mit prominenter Besetzung und ordentlich Geld im Hintergrund.

© Sony Pictures Releasing GmbH
Nach einigen ruhigeren Sci-Fi Werken ist es also durchaus erfrischend, es im Weltall mal wieder so richtig krachen zu lassen. Die inhärente Bedrohung des Unbekannten und Unerforschten, die klaustrophobische Enge der ISS, all das wird hier gut eingefangen. Dass es sich dann am Ende um eine illustre Mischung aus zahlreichen anderen Genreklassikern handelt, die teilweise direkt zitiert werden, ist verkraftbar. Irritierend sind die kleinen Momente, die den Figuren mehr Hintergrund verpassen sollen, als es für dieses Setting notwendig wäre. Schwere und Ernsthaftigkeit fügen sich in das Konzept des Films nicht immer gut ein, ziehen ihn an manchen Stellen gar runter. So richtig Spaß macht der Film dann auch in den Momenten, in denen er nicht versucht, klüger zu sein als er letzten Endes ist. Und wer sich darauf einlassen kann, der wird hier seinen Spaß haben.

Fazit


"Life" bietet kurzweiligen und stellenweise sehr kreative Unterhaltung in Form eines "Crew vs. mies gelauntes Alien" Szenarios. Schön klaustrophobisch inszeniert und hochkarätig besetzt, dürfte der Film sich stellenweise gerne ein kleines bisschen weniger ernst nehmen. Für einen unterhaltsamen Abend im Weltall empfiehlt er sich aber allemal.

Infos zum Film


Originaltitel: Life
Erscheinungsjahr: 2017
Genre: Sci-Fi, Thriller, Horror
FSK: 16
Laufzeit: 103 Minuten
Regie: Daniel Espinosa
Drehbuch: Paul Wernick, Rhett Rheese
Darsteller: Jake Gyllenhaal, Rebecca Ferguson, Ryan Reynolds, Hiroyuki Sanada, Ariyon Bakare, Olga Dykhovichnaya u.a.
 

Trailer

 

 

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